Krakow Loves Adana - Everything Dies

Zur Sammlung meiner Klangperlen gesellt sich heute eine Band, die eine Everlasting Love von mir ist. Eigentlich wollte ich heute nur ihre neuste Single vorstellen, aber dann konnte ich nicht mehr aufhören…

Krakow Loves Adana

Krakow Loves Adana hat bereits eine stabile Fangemeinschaft aufgebaut und wird daher dem einen oder anderen Leser hier ein zustimmendes “Jo” entlocken. Oder ein “na endlich schreibst über sie”…

Krakow - das ist Robert Heitmann - Loves Adana - das ist Deniz Çiçek. Die beiden machen schon seit 2006 zusammen Musik, mittlerweile in ihrem eigenen Studio in Hamburg. Wer die Musik der beiden schon kennt, der weiß, dass das herausstechende Merkmal Deniz Çiçek Stimme ist. Wenn Samt singen würde, dann klänge er wie sie. Vor allem in der Tiefe erzeugt sie eine wunderschöne Klangfarbe, die ich so noch bei keiner anderen Sängerin gehört habe.

Everything Dies

©Kraków Loves Adana_3.JPG

Ihre Songs sind mit einer Einfachheit komponiert, die nicht viel braucht, um einen in den Bann zu ziehen.

Es ist wie ein Sog…

Deswegen erstaunt es zunächst einmal, dass ihre neue Single Everything Dies vom April diesen Jahres beim ersten Zuhören so “voll” erscheint. Die Perle hat überraschenderweise jede Menge Synthesizer, Drums und Gitarrenklänge anzubieten. Vor allem die ersten Töne muten zunächst leicht schräg und schrill an. Durch das Zusammenspiel mit Melodie und Basstönen und zugegebener Maßen der Lautstärke harmonisiert alles wieder und es setzt langsam ein, was ich den KLA-Effekt nenne: das ist der Wunsch, in dieser Klangwelt zu verschwinden. Das kommt wohl nicht von ungefähr. Ihre Inspiration finden die beiden selbst am besten durch Realitätsflucht.

Darkest Dreams

Im September letzten Jahres veröffentlichten sie ‘Darkest Dreams’, ihr fünftes Studioalbum. Zwei Jahre haben sie daran gebastelt. Die zehn Perlen sind in ihrem gewohnten Stil von Dark Dream-Pop gehalten. Alles ist irgendwie durchtränkt von Melancholie und Traurigkeit. Das Album handelt davon, was passiert, wenn wir uns kopfüber in den Sog unseren tiefsten Fantasien hingeben. Neu hinzu kommt der unverkennbare Klang der 80er Jahre, der sich überraschend gut mit ihrer Musik vermischt. Die Synthesizer freuen sich.

Vom Album zu nennen ist u. A. die Klangperle Dont Ask Why. Sie überzeugt mit verspielten Synthie-Beats, die im schönen Kontrast zu Deniz tiefer Stimme stehen. Çiçek reflektiert darin über die für sie sichersten Momente in ihrem Leben, nämlich, wenn sie sich isoliert in ihrer eigenen Welt befindet. Kann ich ja irgendwie nachvollziehen.

Ebenfalls zu erwähnen ist die Single Faded To Black. Die Anfangsklänge erinnern mich ein bisschen an die Filmmusik von Titanic, bekommen jedoch schnell ihren eigenen Rhythmus. Gefühlt besteht das Lied aus nur zwei Akkorden, die durch ihr Wechselspiel für genügend Spannung sorgt. Man verschwimmt quasi in einem Klangmeer. Fast wie die Titanic. Ganz klar der KLA-Effekt.

False Alarm

Its dark again” Diese Klangperle aus dem Jahr 2017 sei noch kurz erwähnt, denn sie ist einfach nur wunderbar. Sie stammt aus dem Album ‘Call Yourself New’. Es ist eine hoffnungsvolle Perle, die trotz der Suche nach sicherer Geborgenheit in gewollter Dunkelheit ihren Weg nach draußen finden möchte. Die Melodie deckt in diesem Lied die ‘tief-tief-Ebene’ ihres Stimm-Repertoire ab, überzeugt aber auch in den Momenten, in denen sie sich nach oben ans Licht schraubt. Es ist vor allem dieser Refrain, der mich nicht mehr losgelassen hat. “Let the life back in”, singt sie. Hach … War doch nur alles ein falscher Alarm.

Fazit

Obwohl die Musik von Krakow Loves Adana eine sehr dichte und intensive Klangwelt erzeugt, wirken ihre Perlen nie überladen. Die Melodien sind einfach gehalten und wirken durch die Stimme von Deniz Çiçek gehaltvoll minimalistisch. Dafür liebe ich Krakow Loves Adana und genau so entsteht ihr KLA-Effekt. Und obwohl wir hier rückwärts in der Zeit gegangen sind, merken wir schon, dass die beiden auch ihre Everlasting Themen haben. Als wären sie selbst in einem Sog gefangen.

Everything Dies. But. Let the life back in.

Vergessen wir doch einfach die Welt dort draußen. Nur für eine kleine Weile.

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