Ingrid St-Pierre - Ludmilla

pianist musician jazz pop

Als ich klein war, berechnete man die Sommertage nach den Früchten, die man erntete: Schulschluss mit der Erdbeerzeit, dann Himbeeren, Farn, Blaubeeren, Äpfel mit dem Beginn des Unterrichts. Jede der Pflückungen war eine Zeit, ein Roman, ein Staunen.” I St-P

Die heutige Klangperlen Sammlung stammt aus den Federn von Ingrid St-Pierre. Die begabte Musikerin kann bereits auf vier veröffentlichte Alben zurückblicken. Geboren in Cabano Bas-Saint-Laurent behauptet die Legende, dass sie erst gesungen und dann gesprochen hat. Unter Beweis stellt sie dies 2011 in ihre ersten Album. Seit dem ist viel passiert. Ingrid St-Pierre schafft eine kunterbunte Alben Welt, in der sie sich fröhlich ausprobiert. Mal ein wenig mehr Pop, mal ein wenig mehr Orchester Arrangements (Tokyo), dann verstärkt Elektroeinflüsse (Petite Plage - meiner Meinung nach ein starkes Album). Ein Repertoire, das die verschiedensten Ansprüche bedient. Vor wenigen Tagen erschien ihr fünftes Album Ludmilla (Simone Records). Diesmal schweigt sie größtenteils und lässt die Musik sprechen.

Eine halbe Stunde lang verschwindet man mit ihren zehn Stücken in eine andere Welt. Ludmilla, erste Singleauskopplung und Namensgeber des Albums, wurde inspiriert von der Kindheit und dem Wunsch nach Halt. Die neue Single Petits fruits wurde inspiriert von heißen Sommertagen, die sich dem Ende neigen. Zeit, sagt sie, ist wie eine süße Frucht. Die Erinnerungen an ihre Kindheit im Sommer sind stark verknüpft mit den Ernten der saisonalen Früchte. Nostalgie pur sag ich nur.

Ludmilla ist ein überwiegendes instrumentales Album geworden. Zu sanften Klavierklängen gesellen sich gelegentliche Chorale Gesänge (Petite chorale) und Gitarrenklänge. Mal für eine halbe Stunde der Welt entfliehen. Das geht mit diesem Album überaus leicht. Ihre Musik könnte aus der Welt von Amelie (Les émerveilleurs) stammen, oder aus dem Klassier ‘Eat Pray Love’ (Dire au revoir). Ab und zu schweben Balletttänzer vor dem inneren Auge vorbei. Ganz entzückend ist das (viel zu) kurze Gastspiel afrikanischen Gesangs Hát ru cho Namiko ngu. Mein Lieblingslied jedoch ist Les grands ciels, die Hymne zum Ausklang. Hier wird nochmal alles gegeben und man schwimmt in einem Meer aus Nostalgie und Licht davon. Und Licht, überall steckt Licht.

Fast als wäre es wieder Sommer.

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