Shitney Beers - Keys

Shitney Beers. Diesen Namen sollte man sich unbedingt merken. Hinter dem Künstlernamen steckt Maxi Haug aus Mannheim, die mit wunderbaren Klangperlen die Welt verzaubert. Seit 2018 macht sie unter ihrem Pseudonym Musik, veröffentlichte vier EPs in Eigenregie, spielte weit über 70 Konzerte und hat jetzt, Anfang/Mitte zwanzig, das Label Zeitstrafe für sich gewonnen.

Ende des Monats, am 23. 7, kommt ihr neues Album raus: Welcome to Miami. Nicht das mit den Palmen am Sandstrand. Das mit den Regenwolken und Plastikpalmen. Zehn Perlen werden es sein. Ihre erste Singleauskopplung Modern Love erschien am 07.06. Mir fiel sofort das gleichnamige Lied von Bloc Party ein, und siehe da, die Verbindung ist gewollt: “Your life is not a movie, And it’s not a bloc party song, All we know’s from the internet, so how could this go wrong”. Sie hatte mich nach den ersten Akkorden. Unbedingt das Album vormerken, es lohnt sich!

Photo by Sebastian Igel

Photo by Sebastian Igel

Keys

Am ersten Juli kam die Klangperle Keys heraus. Es ist wieder ein Thema, das mich berührt. Für Freunde der fröhlichen Popkultur ist sie wahrscheinlich nichts. Es wird nichts verschönt, aber auch nichts übertrieben. The shit is real. Und dass wir immer noch darauf hinweisen müssen, auch.

Den Schlüssel fest in der Hand, damit man schnell die Haustür oder Autotür aufbekommen kann. Als Waffe kann man den Schlüssel notfalls auch einsetzen. Frau (bzw FINTA*) hat es gewagt und ist als Frau (bzw FINTA*) unterwegs. Selber schuld…

"It’s inappropriate to dress
A certain way ‘cause we might mess with your head
Not all men are still too much
And we’re not ‘man enough’
We’re not ‘man enough’ for them"

Schon bei den ersten Tönen erfasst mich diese tiefe Traurigkeit. Sie zieht sich durch das ganze Lied. Und ist dabei so wunderschön. Die coole Person von nebenan ist eben doch zerbrechlicher als es auf den ersten Blick scheint. Das Video hat sie mit Unterstützung von FLINTA* aus ihrer Hood gedreht. Es erklärt sich von selbst, wer möchte, kann gleich mitsingen, der Text wird eingeblendet. “'Keys' ist ein Song der nicht vieler Worte bedarf, da er meiner Meinung nach für sich spricht", so Haug.

Wenn man die Musik von Shitney Beers zusammenfassen müsste, würde ich folgendes schreiben: Singer-Songwriter Qualitäten im Spagat zwischen den Träumen einer jungen Person und der Realität des Lebens. Dann hängt sie da quasi von Hochhaus zu Hochhaus statt von Palme zu Palme.

Auf der einen Seite ihre Stimme, verletzlich, berührend und nüchtern. Auf der anderen die Lyrics. Deep, deep ones…. und das auf so ehrliche Art und Weise. Untermalt und zusammengehalten wird alles durch minimalistische Gitarrenklänge, die hier und da ein wenig Verstärkung bekommen. Aber auch wirklich nur hier und da. Es tut gut, in dieser Welt der Synthesizer und Knopfdrehkulturen.

Gib ihr eine Gitarre und lass sie einfach nur spielen…

Listen and Repeat

PS: Shitney Beers ist eine nicht-binäre Person. Es kann sein, dass es hier aufgrund der deutschen Rechtschreibung zu Missverständnissen kommt und der Leser den Eindruck bekommt, dass ich über eine Frau schreibe. Bitte überlest diese Stellen elegant und behaltet non-binär im Kopf. Danke

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